DIY Vegane Wachstücher selber machen

Letztes Jahr hatte ich einen Blogbeitrag dazu geschrieben, wie man ganz einfach Bienenwachstücher selber machen kann und euch dazu zwei Methoden vorgestellt. Da sich immer mehr Personen vegan ernähren und Bienenwachs in Europa leider oftmals mit Paraffinen und Chemikalien belastet ist, selbst das Bienenwachs von Bio-Imkern, zeige ich euch heute, wie ihr vegane Wachstücher selber machen könnt. Der entscheidene Faktor ist nämlich das verwendete Wachs, wer hätte es gedacht. Für diesen Beitrag habe ich eine abgewandelte Variante der Bügeleisen-Methode ausprobiert, weil ich beim letzten Mal so unzufrieden mit ihr war (Ofen-Methode for the win!).

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Material für vegane Wachstücher

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Anleitung: Vegane Wachstücher selber machen

Wie oben schon erwähnt, zeige ich euch heute eine abgewandelte Variante der Bügeleisen-Methode, weil ich das letzte Mal so herumgesaut habe. Wenn ihr mehr zur Bügeleisen- und Ofen-Methode zur Herstellung von (Bienen-)Wachtüchern lesen möchtet, dann schaut noch mal in meinem anderen Beitrag vorbei.

Ihr könnt für vegane Wachstücher die gleichen Methoden zur Herstellung nutzen, die man auch für  Bienenwachstücher benutzt. Das verwendete Wachs ist der wichtige Unterschied, wieso die Wachstücher vegan sind. Für vegane Wachstücher nutzt man nämlich statt Bienenwachs, pflanzliches Wachs, wie z.B. Carnaubawachs (*Affiliate Link). Carnaubawachs kann man übrigens auch für Kosmetikprodukte als Bienenwachs-Ersatz benutzen und somit seine Kosmetikprodukte ebenfalls ohne Probleme vegan herstellen.
Beide Wachse unterscheiden sich auch kaum im Preis.

Schneidet euch euren Stoff zu. Ich habe wieder 30 x 30 cm große Stoffstücke zugeschnitten.

Auch hier habe ich wieder etwa 15 g Wachs pro 30 cm² Stoff genommen. Bei der abgewandelten Bügeleisen-Methode habe ich nicht das Wachs auf dem Stoff verteilt und dann mit einem Bügeleisen drüber gebügelt, sondern einen Zwischenschritt eingefügt. Ich habe nämlich dieses Mal das Wachs in einem Wasserbad schmelzen lassen und dann mit einem Pinsel auf dem Stoff verteilt. Legt den Stoff davor auf Backpapier.

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Da das Wachs super schnell wieder hart wird, macht es nicht so wie ich auf dem Foto (Symbolbild!) und lasst das Wachs während des Bepinselns im Wasserbad. Nachdem ihr das Wachs auf dem Stoff verteilt habt, legt ein zweites Stück Papier auf den Stoff und bügelt drüber, bis sich das Wachs gleichmäßig verteilt.

Tatsächlich war es durch das einpinseln eine etwas kleinere Sauerei als bei meinen Bienenwachstüchern, trotzdem war es immer noch deutlich schmuddeliger und aufwendiger, als die Ofen-Methode. Vor allem war das Pinseln mit dem Wachs auch sehr anstrengend, weil es so schnell wieder hart geworden ist. Ich bin weiterhin Verfechterin der Ofen-Methode. Obwohl die Bügeleisen-Methode ohne Pinseln mit kleineren Stück Stoffen auch gut funktioniert. Ich denke, für 30 x 30 cm Stoffe, ist die Ofen-Methode trotzdem die beste Variante.

Ich habe übrigens das überschüssige Wachs auf dem Backpapier bei beiden Methoden gesammelt und für weitere Tücher benutzt #zerowaste.

Sobald die Tücher abgekühlt sind, sind sie einsatzbereit.

 

Unterschiede: Bienenwachstücher und Carnaubawachstücher

Man wird den Unterschied sofort merken, sobald die Tücher abgekühlt sind, denn die Carnaubawachstücher sind etwas steifer und haften nicht aneinander. Wenn man etwas in Bienenwachstücher einwickelt, bleibt das Tuch ein bisschen an sich selbst haften, diese Eigenschaft haben die Carnaubawachstücher nicht. Sollte das störend sein, kann man einfach einen Baumwollfaden o.ä. um sein eingewickeltes Essen drumherum wickeln oder einen Wachstuch-Beutel daraus nähen.

Außerdem entstehen bei den Carnaubawachstüchern schneller Faltkanten. Obwohl ich denke, dass man sie bei meinem Stoff nur so schnell sieht, weil er sehr dunkel ist. Generell ist das auch nur ein Schönheitsfehler, der aber nichts mit der Funktionalität der Tücher zu tun hat. Sollte es einen sehr stören, kann man sie auch einfach noch mal für ein paar Minuten bei 100° in den Ofen legen, damit sich das Wachs wieder verteilt und die Falten verschwinden.

 

Wieso ihr kein Jojobaöl verwenden solltet!

Ja, ich weiß, man findet sehr viele (Bienen-)Wachstuchanleitungen mit Jojobaöl. Leider ist Jojobaöl nicht die beste Wahl, da Jojobaöl eigentlich ein Wachs ist, das aus den Jojobasamen gepresst wird. Es gibt zwar keine Humanstudieren, aber Studien mit Tieren haben gezeigt, dass Jojobaöl unverdaulich ist und toxisch auf den Körper wirken kann.

Ich weiß, dass Speiseöl unter dem Verdacht steht, nach einer gewissen Zeit ranzig zu werden, da möchte man natürlich auch nicht. Vielleicht ist Kokosnussöl eine Alternative, aber ich habe es nie ausprobiert, da ich der Meinung bin, dass man kein Öl braucht.

Öl wird für Wachstücher genutzt, um die einerseits etwas geschmeidiger zu machen und je nach Öl, wird ihm auch eine desinfizierende Wirkung nachgesagt. Ich habe für beide Probleme die gleiche Lösung: Wenn euer Wachtuch nicht mehr geschmeidig genug ist oder ihr es desinfizieren möchtet, dann legt es einfach regelmäßig nach dem Benutzen für ein paar Minuten bei 100° in den Ofen. Zack, sie fühlen sich wieder an wie neu und Bakterien sind abgetötet.

 

Reinigen und Pflegen der Wachstücher

Vorab, bitte wickelt kein rohes Fleisch oder rohen Fisch in eure Wachstücher.

Für eine schnelle Reinigung zwischendurch, empfiehlt sich das Abspülen mit kaltem Wasser und milder Reinigungslotion. Für das richtige Desinfizieren, legt das Tuch für ein paar Minuten bei 100° in den Ofen.

 

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Möchtet ihr nun auch vegane Wachstücher selber machen? Dann merkt euch doch die Anleitung auf Pinterest:

 

 

 

 

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Kommentare 5

  1. Liebe Eni,

    auf der Suche nach Tipps für ein nachhaltigeres Leben bin ich auf Deinen Blog gestoßen und stöbere nun seit einer halben Stunde durch die vielen interessanten Artikel. Für die vielen Inspirationen wollte ich nun ein großes DANKE da lassen!

    Liebe Grüße
    Carina

  2. Rückverfolgung (Pingback): Nachhaltige Bienenwachstücher – Hey present

  3. Hallo1
    Ich mache meine Wachstücher und Butterbrottüten mit Rapswachs und Rsapsöl.
    Mische es, löse Alles auch und streiche es mit dem Pinselein.
    Nach dem Trocknen bügel ich es zwischen Backpapier, damit das Wachs gleichmäßiger wird.
    Wie machst du denn die Mischung von wachs ud Öl , Mischverhältnis ?

    1. Beitrag
      Autor

      Hallo 🙂

      Ich benutze meist gar kein Öl und wenn, dann nur nach Gefühl, daher habe ich leider auch keine Tipps für das Mischverhältnis.

      Liebe Grüße
      Eni

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